Verantwortungsvolles Lieferantenmanagement in der Praxis

Bei Nybo Workwear arbeiten wir systematisch mit verantwortungsvollem Lieferantenmanagement als zentralem Bestandteil unserer ESG-Arbeit. Unser Ansatz basiert auf kontinuierlicher Sorgfaltspflicht, engem Dialog, klaren Anforderungen und konsequenter Nachverfolgung. Ziel ist es, negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette zu vermeiden und zu verringern.

In den vergangenen Jahren haben wir unsere Prozesse deutlich weiterentwickelt. Unterstützt wird diese Arbeit unter anderem durch unsere Grüner-Knopf-Zertifizierung sowie durch die Anforderungen, die wir sowohl an uns selbst als auch an unsere Lieferanten stellen.

Ein strukturierter und datengestützter Ansatz

Ein strukturierter und datenbasierter Ansatz

Die Grundlage unseres Lieferantenmanagements ist die systematische Erhebung und Nutzung von Daten.

Jedes Jahr erheben wir detaillierte Informationen von unseren Lieferanten zu zentralen ESG-Themen. Dazu gehören unter anderem Klima- und Umweltauswirkungen, Ressourcenverbrauch, Arbeitsbedingungen, Lohnniveau, Arbeitszeiten, Arbeitsunfälle, Beschwerdemechanismen, Arbeitnehmervertretung, Zertifizierungen und interne Richtlinien.

Die Informationen werden gesammelt und als Grundlage genutzt für:

  • den laufenden Dialog mit Lieferanten
  • die Bewertung von Risiken und Verbesserungspotenzialen
  • die Nachverfolgung von Entwicklungen im Zeitverlauf
  • die Planung konkreter Verbesserungsmaßnahmen
  • unsere jährliche Risikoanalyse.

Auf diese Weise verstehen wir Lieferantenmanagement nicht nur als Kontrolle, sondern als kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten.

Fokus auf besonders gefährdete Arbeitnehmergruppen

Risiken betreffen nicht zwangsläufig alle Beschäftigten in gleicher Weise. Daher werden besonders gefährdete Gruppen als eigener Bestandteil unserer Risikoanalyse berücksichtigt.

Abhängig vom Produktionsland und der Produktionsform kann dies unter anderem Wanderarbeitnehmer, junge Beschäftigte, Frauen, Gewerkschaftsmitglieder, Saisonarbeitskräfte, Heimarbeiter, Personen mit eingeschränktem Zugang zu Informationen sowie weitere Gruppen umfassen, die einem erhöhten Risiko von Diskriminierung, Ausbeutung oder eingeschränktem Zugang zu ihren Rechten ausgesetzt sein können.

Wir bewerten unter anderem den Bedarf an:

  • Zugang zu sicheren und wirksamen Beschwerdemechanismen
  • Schutz vor Diskriminierung und Repressalien
  • fairer Entlohnung und fairen Arbeitsbedingungen
  • Zugang zu Informationen über Arbeitnehmerrechte
  • sicheren Arbeitsbedingungen
  • Möglichkeiten zur Arbeitnehmervertretung und zum Dialog.

Diese Bedürfnisse fließen in unsere Risikobewertung und in die Weiterentwicklung unseres Lieferantenmanagements ein.

Dialog und Präsenz vor Ort

Wir legen großen Wert auf enge und langfristige Beziehungen zu unseren Lieferanten.

Daher besuchen wir unsere Produktionslieferanten regelmäßig. Diese Besuche ermöglichen es uns:

  • Produktionsbedingungen zu überprüfen
  • ESG-Maßnahmen nachzuverfolgen
  • identifizierte Risiken und Verbesserungsbereiche zu besprechen
  • ein besseres Verständnis für lokale Bedingungen und Herausforderungen zu gewinnen.

Darüber hinaus führen wir regelmäßige ESG-Dialoge mit unseren Lieferanten durch, in denen wir Entwicklungen nachverfolgen, neue Anforderungen besprechen und konkrete Verbesserungsprojekte planen.

Das Wissen der Lieferanten über Arbeitnehmergruppen, Arbeitsbedingungen und interne Prozesse ist eine wichtige Informationsquelle für unsere Sorgfaltspflichtprozesse.

Audits und Nachverfolgung

Von allen unseren Produktionsstätten erwarten wir hohe soziale und ökologische Standards sowie die Einbindung in anerkannte Systeme wie OEKO-TEX® STeP, SA8000 oder amfori BSCI.

Zertifizierungen stehen jedoch nicht für sich allein.

Nach Audits prüfen wir die Berichte und bewerten unter anderem Feststellungen, Korrekturmaßnahmen sowie Informationen aus Arbeitnehmerinterviews, sofern diese Bestandteil des Audits sind.

Werden Verbesserungsbereiche identifiziert, verfolgen wir diese gemeinsam mit dem Lieferanten weiter und arbeiten mit konkreten Maßnahmenplänen.

Informationen aus Audits werden außerdem genutzt, um unsere eigenen Prozesse und Anforderungen weiterzuentwickeln.

Arbeitnehmerstimme und Beschwerdemechanismen

Ein wichtiger Bestandteil eines verantwortungsvollen Lieferantenmanagements ist, dass Beschäftigte die Möglichkeit haben, Probleme anzusprechen.

Wir verlangen daher von unseren Lieferanten, dass sie über einen Beschwerdemechanismus verfügen, über den Beschäftigte Anliegen ohne Angst vor Repressalien melden können. Nybo Workwear verfügt außerdem über einen externen Whistleblower-Kanal, der eine zusätzliche Möglichkeit bietet, schwerwiegende Anliegen zu melden.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Informationen, die wir über Beschwerden erhalten, zu verbessern.

Ab 2027 sollen unsere Lieferanten daher nicht nur die Anzahl eingegangener Beschwerden melden, sondern auch die Kategorien, auf die sich die Beschwerden beziehen.

Dadurch sollen die Rückmeldungen der Beschäftigten stärker in unseren Due-Diligence-Prozess einfließen und uns ermöglichen, konkretere Gespräche mit Lieferanten über wiederkehrende Probleme und deren Ursachen zu führen.

Unser Engagement für existenzsichernde Löhne

Existenzsichernde Löhne gehören zu den komplexesten Herausforderungen der globalen Textilindustrie und sind ein Schwerpunkt unserer ESG-Arbeit.

Auf Grundlage von Lohndaten eines Lieferanten in China haben wir 2026 eine erhebliche Differenz zwischen den gezahlten Löhnen und einem relevanten Referenzwert für existenzsichernde Löhne festgestellt.

Auf dieser Grundlage haben wir gemeinsam mit dem Lieferanten ein Pilotprogramm entwickelt, das dazu beitragen soll, diese Lücke schrittweise zu verringern.

Das Management und die HR-Funktion des Lieferanten waren an der Entwicklung des Programms beteiligt und haben unter anderem Rückmeldungen zu Dokumentationsanforderungen und zur praktischen Umsetzung gegeben.

Ein wichtiger Bestandteil des Programms besteht darin sicherzustellen, dass Nybos finanzieller Beitrag tatsächlich den Beschäftigten zugutekommt. Daher prüfen wir, wie der Beitrag transparent dokumentiert und gegebenenfalls separat in den Lohninformationen der Beschäftigten ausgewiesen werden kann.

Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt werden genutzt, um unsere langfristige Strategie für existenzsichernde Löhne weiterzuentwickeln.

Zusammenarbeit mit externen Stakeholdern

Einige Herausforderungen in der Textilindustrie können nicht von einem Unternehmen allein gelöst werden.

Daher suchen wir aktiv nach externem Wissen und Zusammenarbeit, insbesondere in Bereichen, in denen unser eigener Einfluss oder unsere eigene Expertise nicht ausreichen.

Im Jahr 2026 standen wir unter anderem mit amfori BSCI und Fair Wear im Dialog darüber, wie wir unsere Arbeit zu existenzsichernden Löhnen und wirksameren Beschwerdemechanismen stärken können.

Diese Gespräche haben uns ein besseres Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen bestehender Systeme vermittelt. Gleichzeitig haben sie deutlich gemacht, dass wir Partner benötigen, die nicht nur bei der Datenerhebung und Analyse unterstützen, sondern auch dabei helfen können, Erkenntnisse in konkrete Verbesserungen in der Lieferkette zu überführen.

Daher suchen wir weiterhin nach geeigneten Partnern und haben unter anderem einen Dialog mit der Danish Ethical Trading Initiative über existenzsichernde Löhne, Beschwerdemechanismen und die Bedingungen von Textilarbeitnehmern in unseren Beschaffungsländern geplant.

Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen nutzen wir, um unsere eigenen Sorgfaltspflichtprozesse und Prioritäten kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Klare Anforderungen und gemeinsame Verantwortung

Unser Code of Conduct bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten.

Er beschreibt unsere Anforderungen unter anderem in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umwelt, Integrität und verantwortungsvolle Produktion.

Die Lieferanten sind außerdem dafür verantwortlich, relevante Anforderungen an ihre eigenen Lieferanten und Geschäftspartner weiterzugeben.

Wir erwarten von unseren Lieferanten nicht nur, dass sie die Einhaltung unserer Anforderungen dokumentieren können. Wir erwarten auch Transparenz über Herausforderungen, damit Probleme gemeinsam identifiziert und gelöst werden können.

Kontinuierliche Verbesserung

Für uns ist Lieferantenmanagement keine statische Kontrollaufgabe.

Unsere Prozesse werden kontinuierlich weiterentwickelt auf Grundlage von:

  • neuen Lieferantendaten
  • Risikoanalysen
  • Auditergebnissen
  • Beschwerden von Beschäftigten
  • Lieferantendialogen
  • Erfahrungen aus konkreten Projekten
  • Rückmeldungen externer Stakeholder.

Wenn wir neue Erkenntnisse gewinnen, prüfen wir, ob unsere Anforderungen, Prozesse oder Maßnahmen angepasst werden müssen.

Auf diese Weise arbeiten wir systematisch daran, Risiken zu reduzieren, Arbeitsbedingungen zu verbessern und eine verantwortungsvollere Textilproduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu unterstützen.